Ohne Wasser wird es brenzlig: Die Trinkwasserversorgung Offenbachs im Fokus

Die Grünen Fraktionsvorsitzende Dr. Sybille Schumann unterstreicht die Notwendigkeit für eine klimaangepasste Kommunalpolitik zur Sicherung der Trinkwasserversorgung Offenbachs

„Die akute Wasserknappheit, auf welche die ZWO hingewiesen hat, und die Hitzeperiode der letzten Wochen haben leider eindrücklich unterstrichen, wie wichtig es ist, dass die Stadt zusammen mit dem Zweckverband Wasserversorgung Offenbach (ZWO) ein kommunales Wasserkonzept für das städtische Versorgungsgebiet erstellen wird“, begrüßt die Grünen Fraktionsvorsitzende und Hydrologin Dr. Sybille Schumann das Zukunftsprojekt. Sie ist für die Stadt Offenbach als Stadtverordnete Mitglied in der zuständigen Verbandsversammlung und unterstützt ausdrücklich diese Entscheidung.

„Auch mit dieser Ankündigung unserer Grünen Bürgermeisterin Sabine Groß zeigen wir erneut, dass man selbst mit eingeschränkten finanziellen Mitteln, wie im Falle unserer Stadt, Klimaanpassung und -schutz betreiben kann. Wichtig dafür ist ein konsequentes Festhalten an einer klimaangepassten Kommunalpolitik. Darunter fällt unter anderem die Einführung der Versickerungsrichtlinie, eine Entscheidung für klimaangepasstes städtisches Grün, ein klares Bekenntnis für den Erhalt und die Nachpflanzung von Bäumen und nicht zuletzt die Entscheidung, die Offenbach überregional als Schwammstadt bekannt gemacht. Auch in der Sicherung der Trinkwasserversorgung ist Offenbach wieder ganz vorne unter den hessischen Kommunen dabei. Dies wurde möglich, weil mit der Zeit die Bedeutung von Klimapolitik auf kommunaler Ebene von allen relevanten politischen Faktoren Anerkennung und Unterstützung gefunden hat.“

Schumann unterstreicht die Notwendigkeit dieses klimapolitischen Konsenses in Offenbach, angesichts der dramatischen Herausforderungen, die uns aufgrund des menschengemachten Klimawandels noch bevorstehen.

Seit 2018 reiht sich ein extremes Trockenjahr an das andere. Auch das aktuelle Jahr bildet keine Ausnahme. Dadurch fallen die Grundwasserstände stetig, während der Wasserverbrauch steigt und über das Jahr gesehen viel zu wenig Regen fällt.

„Wir sind es gewohnt den Wasserhahn zu Hause aufzudrehen und erfrischendes Trinkwasser schießt heraus. Schon bald können wir in eine Situation geraten, in der das nicht mehr in der gewohnten Menge der Fall sein wird. Uns muss daher bewusst sein, was für ein hohes Gut die kommunale Trinkwasserversorgung ist und dass wir mit Trinkwasser sparsam umgehen müssen“, betont die Grünen Fraktionsvorsitzende. „Für die Herstellung unseres Trinkwassers verwendet der ZWO ausschließlich Grundwasservorkommen aus der Region, welches zu dem qualitativ hochwertig ist. Dafür wurden jetzt schon 99 % der zur Verfügung stehenden Wasserrechte aufgebraucht. Da die Regionen um Offenbach herum unter den gleichen Problemen des Klimawandels leiden, ist die Zufuhr von auswärtigem Wasser keine Lösung. Dazu sind wir sind eine stark wachsende Kommune, in der absehbar immer mehr Menschen Trinkwasser benötigen werden.“

Der einzige Ausweg ist viel bewusster mit dem kostbaren Gut Trinkwasser umzugehen. Die Erstellung des kommunalen Wasserkonzeptes ist ein wichtiger Grundstein dafür. Das vom hessischen Umwelt- und Klimaschutzministerium zu 80% finanzierte Projekt wird eine grundlegende Bestandsanalyse zur Trinkwassernutzung und –versorgung in Offenbach liefern. Projektionen werden zu dem bis zum Jahr 2050 erarbeitet. Auf dieser Grundlage wird ein klarer Maßnahmenkatalog für eine sichere Trinkwasserversorgung der Bevölkerung erstellt werden können, der mit vereinten kommunalpolitischen Kräften umgesetzt werden muss.

„Eins ist klar: Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung muss gesichert sein. Daher wird es kluge Konzepte brauchen, die vermehrt auf eine schonende Nutzung der Ressource Wasser setzen. Schon jetzt könnte z.B. viel mehr Brauchwasser zum Einsatz kommen oder Regenwasser, beispielsweise auch für Bewässerungszwecke wie im Rumpenheimer Schlosspark oder in privaten Gärten, gesammelt und verwendet werden. Deswegen ist es auch so bedeutsam, dass das kommunale Wasserkonzept nicht nur die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, sondern auch die Wassernutzung in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft umfasst“, schließt die Grünen Fraktionsvorsitzende Schumann.

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