Der Planet brennt und das Wasser wird knapp

Der Planet brennt

Die ‚Gefahrenabwehrverordnung über die Einschränkung des Trinkwasserverbrauchs‘ als Notwendigkeit für die Auswirkungen des Klimawandels auf Offenbach. Wenn die Weltklimakonferenz nicht liefert, ist umso mehr Klimapolitik auf kommunaler Ebene wichtig.

„Der Planet brennt. Und noch immer wird nicht ausreichend dagegen gesteuert, wie leider auf der Weltklimakonferenz in Ägypten sichtbar geworden ist,“ kommentiert die Grünen Fraktionsvorsitzende Dr. Sybille Schumann den globalen Hintergrund, vor dem die Stadtverordnetenversammlung auf ihrer vergangenen Sitzung die ‚Gefahrenabwehrverordnung über die Einschränkung des Gebrauchs von Trinkwasser bei Notständen in der Wasserversorgung‘ beschlossen hat. Statt eines klaren Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen auf der Konferenz in Scharm al-Scheich – der Hauptursache für den menschengemachten Klimawandel – musste man sich schon damit zufrieden geben, nicht hinter die Beschlüsse der vorangegangenen zwei Weltklimakonferenzen gefallen zu sein.

„Dafür ist es umso wichtiger, dass wir hier vor Ort alles tun, um gegen die Ursachen und Auswirkungen der Klimaerwärmung anzugehen. Die Gefahrenabwehrverordnung ist so ein Stellrad mit dem wir uns nun an die negativen Auswirkungen der Erderhitzung anpassen müssen,“ hebt Schumann hervor.

Aufgrund der ausbleibenden Regentagen sowie der überdurchschnittlich hohen Temperaturen ist der Grundwasserspiegel im gesamten Bereich des Zweckverband Wasserversorgung Offenbach (ZWO) extrem niedrig. Das Grundwasser stellt aber die Quelle für die Trinkwassergewinnung dar. Weil unsere Stadt ihre Wasserversorgung über den ZWO sichert, bedeutet dies: Das Trinkwasser wird knapp!

Zu spüren bekam das die Offenbacherinnen und Offenbacher schon diesen Sommer zunächst anhand der vielen abgestorbenen Bäumen und anderem Stadtgrün, das vertrocknete. Dann wurde an uns alle  öffentlich appelliert Wasser zu sparen und z.B. auf das Waschen von Autos oder das Besprengen von Rasenflächen zu verzichten. Auch wegen der globalen Klimapolitik, die nach dem Motto: „Ein Schritt vor, zwei zurück“ funktioniert, wie letzte Woche in Ägypten, werden solche Zeiträume der Trockenheit zukünftig leider weiter zunehmen. Daher war es richtig und notwendig einen Ausgleichsfonds für Klimaschäden für ärmere Staaten zu beschließen, damit diese Staaten zumindest einige überlebenswichtige Anpassungen zum Schutz ihrer Bevölkerung vornehmen können.

Es wird jedoch auch hier in Offenbach notwendig gewappnet zu sein. Mit der beschlossenen Gefahrenabwehrverordnung sind klare Schritte vorgesehen, die in einem solchen Notfall der Trinkwasserknappheit unternommen werden. In einem ersten werden alle Bürger:innen auf die Wasserknappheit hingewiesen, verbunden mit praktischen Tipps, wie man Wasser einsparen kann. In einem zweiten Schritt kann die Stadt nun den Trinkwassernotstand ausrufen. Das hat eine klare Regelung zur Folge, die den Gebrauch von Trinkwasser einschränkt, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Die Grünen Fraktionsvorsitzende weist abschließend hin: „Wasser ist die Grundlage jedwedes Leben. Und jetzt merken wir die Folgen des Klimawandels: Unser Wasser wird knapp. Mit Maßnahmen wie in der Gefahrenabwehrverordnung unternehmen wir zwingende Anpassungen an die klimatischen Veränderungen. Es bleibt aber weiterhin unsere dringendste Aufgabe auch an die Ursachen zu gehen.

Das heißt für uns: Klimaschutzmaßnahmen hier vor Ort konsequent umsetzen! Sich wirklich auf die Dinge zu konzentrieren, welche wir im Klimaschutzkonzept, Beschlüssen und auch im KOA-Vertrag bereits festgelegt haben: Konsequentes Entsiegeln, bei Bauvorhaben auf Nachhaltigkeit achten, auf erneuerbare Energien (beispielsweise Photovoltaik) setzen und bei Verkehren weiterhin solche fördern, welche die Emissionen reduzieren, so wie der Fuß- und Radverkehr und ÖPNV.  

Denn das ist bei allen schlechten Nachrichten die gute: Es liegt in unserer Hand. Wir Menschen bestimmen mit unserem Handeln, wie schlimm die Auswirkungen der Erderwärmung werden.“

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