Rede unseres Stadtverordneten Kai Schmidt zum Zukunftskonzept Innenstadt

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir reden hier heute über einen Antrag, der in seinem jetzt schon vorliegendem Ergebnis einen großen Erfolg für Offenbach bedeutet. Die bereits im September und heute im Nachgang zu beschließende Antragstellung hat für die Entwicklung unserer Innenstadt 1,25 Mio. € an Preis- und Fördergeldern eingebracht. 1 Millionen zur weiteren Projektentwicklung einer modernisierten und vergrößerten Stadtbibliothek in der absoluten Innenstadt, der Rest für weitere temporäre und zu verstetigende Projekte wie z.B. die Testraumallee oder das Kaufhaus Kosmopolis mit dem neuen Projekttitel UND. Das ist alles soweit bekannt.

Ich möchte die Gelegenheit heute nutzen, den Blick auf die weitreichenden Aufgaben des Zukunftskonzepts und die Unterstützung durch das Landesprogramm zu lenken.

Im Kern geht es um eine zeitgemäße Umstrukturierung der Innenstadt. Die herkömmliche reine Konzentration auf die Stärkung des Einzelhandels hat sich zweifelsfrei überlebt. Das wissen die Fachleute und das haben Oberbürgermeister Schwenke und Dezernent Paul-Gerhart Weiss öffentlich auch mehrfach kundgetan.

Die zu beantwortende Frage ist: Welchen Innenstadt-Mix brauchen und wollen wir hier in Offenbach für uns Einwohner, womit werden wir wieder attraktiv auch für die Menschen aus dem Umland? Die Stadtbibliothek soll ein zentraler sozialer Anlaufpunkt werden, ein sogenannter dritter Ort, und somit Leben in die Innenstadt bringen. Die Testraumallee und das Kaufhaus Kosmopolis zielen auf innovative Ladenkonzepte, die örtliche und regionale Kleinunternehmer und Produzenten von Waren und Lebensmitteln wieder in der Innenstadt positionieren wollen.

Eine fertige und umgezogene und große und moderne Stadtbibliothek als neuer zentraler Anlaufpunkt wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Pop-Up-Shops, Makerspaces, der Einzug von kleinen kulturellen Orten können schon im nächsten Jahr Wirklichkeit werden in Form von zarten Pflänzchen.

Wenn diese Pflanzen Früchte tragen, gehegt und gepflegt werden, dann wäre das der Beginn für einen Turnaround, den wir alle hinkriegen müssen. Da nützen keine schönen Worte, nicht nur die Verwaltung, die ganze Offenbacher Stadtgesellschaft muss hier mitziehen und die Aufgabe der Stadtpolitik muss sein, die richtigen Weichen hierfür zu stellen. Ich will keine zu großen Worte machen, aber schließlich reden wir hier über die Erneuerung unserer Innenstadt.

Casus Knaxus sind dabei die Immobilieneigner. Welche Story, welche Bemühungen, welche Ansprache wird sie dazu bringen können auf den langfristigen Gewinn zu setzen? Das heißt, den kurzfristigen hinten an zu stellen und nachhaltig auf fairere und stabile Preise zu setzen. Im Hinblick auf eine positive Wandlung der Offenbacher Innenstadt müssen auch sie davon überzeugt werden als einer von Vielen Geld in die Waagschale zu werfen, sei es nur durch geringere Mieteinnahmen oder auch Investments. Zugute kommen kann uns die gestrige Meldung, dass die Mietpreise für Einzelhandelsflächen in Innenstädten in München und Frankfurt aktuell bis zu über 20% gesunken sind.

Wünschenswert wäre in diesem Kontext auch finanzielle Angebote seitens der Stadt an die Eigentümer:innen, in Form einer Aufstockung, eines Fonds oder anderer Ideen. Ein Geben und ein Nehmen muss den Beteiligten vermittelt werden.

Konkrete und für alle sicht- und spürbare Veränderung der Innenstadt bietet nicht zuletzt das Grüne Band, dass im Zukunftskonzept als Projekt ausgewiesen ist. Mehr Grün in der Innenstadt bringt in jeglicher Hinsicht ein bessers Klima. Wen wundert`s, dass wir Grüne uns wünschen auch diese Idee so schnell wie möglich umzusetzen.

So weit, wir haben große Chancen, wir müssen sie weiterhin zu nutzen wissen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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