Rede unseres Fraktionsvorsitzenden Tobias Dondelinger zum Antrag „Bewerbung für das Förderprogramm ‚Klimaangepasstes Waldmanagement‘“

Fraktionsvorsitzender Tobias Dondelinger
Fraktionsvorsitzender Tobias Dondelinger

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte ja gehofft, dass dieser Antrag ohne die Fortsetzung einer seltsamen Debatte über die Bühne gehen würde, die hier in Offenbach mit dem offensichtlichen Ziel befeuert wird, dass alles immer so weiter gemacht wird, wie es war.

Manche denken, sowas wäre konservativ. Ich muss ehrlich sagen, dass ich eine bessere Meinung vom Begriff „Konservativ“ habe. Für mich ist diese Debatte nach dem Motto: Wir haben in den letzten 30, 40 Jahren Waldflächen per Kahlschlag abgeerntet und wir wollen das weiter machen, diese Positionierung ist für mich allein rückwärtsgewandt.

Sie nimmt nicht wahr, was ist: Nämlich eine Klimakrise, in der wir unser Verhalten radikal ändern müssen, um das schlimmste zu verhindern und sie nimmt auch nicht wahr, was sein wird, denn wenn sich die Bedingungen in der Umgebung ändern, dann kann es sein, dass das was vor 30, 40 Jahren noch in Ordnung war, jetzt schlichtweg irre ist.

Wir wollen nicht unseren Wald und die Bewirtschaftung genau erhalten, wie es jetzt ist oder in den letzten Jahren war. Wir wollen, dass die Menschen in unserer Stadt auch in 30, 40 Jahren noch etwas vom Wald haben und dass er seine wichtigen ökologischen Funktionen für unsere Stadt und darüber hinaus auch dann noch erbringen kann.

Und sie werden es kaum glauben: Mit einem „weiter-so“ wird das nicht funktionieren. So viel weiß ich. Und da ist dann der Punkt gekommen, wo ich sage: Liebe CDU Fraktion, liebe OFA, geht mal in Euch und denkt nach. Ihr habt Euch verrannt. Das ist nicht schlimm, passiert uns allen mal. Aber jetzt geht es um die Zukunft und da ist so ein aus Prinzip blöd finden nicht angemessen.

Und noch ein Satz zum Thema ÖkoPunkte: Ja, es ist richtig, dass wir eine Studie machen um festzustellen, ob man mit dem Offenbacher Wald auch Ökopunkte erwirtschaften könnte. Das heißt aber nicht, dass unser Ziel die Ökopunkte sind, sondern unser Ziel ist es, die ökologische Qualität des Waldes zu verbessern und wenn wir dabei auch noch Ökopunkte erwirtschaftet werden können, dann überzeugt das normalerweise auch die Menschen, bei denen im Nachhaltigkeitsdreieck der ökonomische Aspekt vielleicht etwas mehr Gewicht hat, als der ökologische.

So, liebe Leute. Am Ende ist es ganz einfach: Wir wollen den Wald fit machen für die Zukunft und wir würden das gerne im Konsens mit allen tun. Deshalb wäre es mir ein Anliegen, dass ihr von den Bäumen runterklettert, an denen Ihr Euch angeklebt habt, obwohl sie niemand fällen will und konstruktiv und vor allem zukunftsgerichtet helft, unseren Wald fit zu machen für die nächsten Generationen.

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