Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleg:innen,
wenn wir an die Zukunft Offenbachs denken, sehen wir oft die Gebäude, die Straßen, die Infrastruktur. Doch was wir nicht sehen, ist mindestens genauso wichtig: der Boden unter unseren Füßen und das Grundwasser darunter. Sie sind die stillen Grundlagen unserer Stadt – und sie stehen zunehmend unter Druck.
Der Klimawandel stellt Städte weltweit vor beispiellose Herausforderungen – auch Offenbach. Mit dem klaren Bekenntnis zur Schwammstadt und der konsequenten Umsetzung dieses Konzepts haben wir bereits wichtige Schritte eingeleitet. Heute stehen zwei zukunftsweisende Anträge zur Entscheidung, die diesen Weg fortsetzen und vertiefen.
Mit dem vorliegenden Antrag zur Erstellung eines Boden- und Grundwasserschutzkonzepts setzen wir einen wichtigen Baustein unseres Klimakonzepts 2035 um. Wir schaffen damit die Grundlage, um informierte Entscheidungen zu treffen – nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf Basis solider Daten und Analysen.
Was bedeutet das konkret? Wir werden erstmals eine umfassende Bewertung der Bodenfunktionen in unserer Stadt vornehmen. Wir werden verstehen, wo Wasser besonders gut versickern kann, wo wir entsiegeln sollten und wo besonders schützenswerte Böden liegen. Diese Informationen werden in einem Geoinformationssystem für alle Planungsprozesse verfügbar sein.
Dieses Konzept ist keine abstrakte Umweltschutzmaßnahme – es ist ein praktisches Werkzeug für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Es wird uns helfen, Bauvorhaben nachhaltiger zu gestalten, Überflutungsrisiken zu reduzieren und Hitzeinseln zu vermeiden. Es wird die Grundlage für gezielte Entsiegelungsmaßnahmen und für den Schutz unserer Grundwasserressourcen schaffen.
Ja, die Erstellung des Konzepts kostet Geld – rund 100.000 Euro über zwei Jahre. Aber diese Investition wird sich mehrfach auszahlen: durch vermiedene Schäden bei Extremwetterereignissen, durch effizientere Planungsprozesse und nicht zuletzt durch eine höhere Lebensqualität für alle Offenbacherinnen und Offenbacher.
Und damit diese Daten nicht nur einmal erhoben, sondern kontinuierlich aktualisiert und ergänzt werden können, ist der ist auch der ergänzende zum Aufbau eines Messnetzes von zentraler Bedeutung, das wir auch heute mit beschließen von zentraler Bedeutung. Ein solches stadtweites Messnetz für Klimaparameter, Gewässerpegel und Grundwasserstände schafft die Voraussetzung für eine dynamische, lernende Stadtplanung. Auch für den Katastrophenschutz haben diese Daten eine enorme Bedeutung, da sie helfen Gefahrensituationen besser einschätzen zu können.
Dabei ist und bleibt Klimaanpassung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit der begleitenden Informationskampagne und der Möglichkeit, die erhobenen Daten online abzurufen, wollen wir alle Bürger:innen mitnehmen – und besonders vulnerable Gruppen gezielt ansprechen. Die Kombination beider Maßnahmen – Schutzkonzept und Messnetz – macht Offenbach zukunftsfähig, resilient und handlungsfähig.
Wir Grünen stehen dezidiert zu der Verantwortung, unsere natürlichen Ressourcen zu schützen – nicht nur für uns, sondern auch für die kommenden Generationen. Mit der Verabschiedung dieser beiden Anträge schaffen wir also die Grundlage für eine belastbare, datenbasierte und nachhaltige Stadtentwicklung. Es ist ein Schritt hin zu mehr Resilienz, mehr Transparenz und mehr Verantwortung im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen.
Ich bitte Sie daher um Zustimmung zu den beiden Anträgen.
LINK: Boden- und Grundwasserschutzkonzept
Vielen Dank.
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