Rede unseres Fraktionsmitglieds Kai Schmidt zur Erstellung eines Kulturentwicklungsplans für Offenbach

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Alle kennen sie: Masterplan, Zukunftskonzept Innenstadt. Und mit diesem Antrag fordern wir auch noch einen Kulturentwicklungsplan. Manche mögen solchen Plänen kritisch gegenüberstehen. Wir haben aber gute Erfahrungen damit gemacht externe Fachleute hinzuzuziehen und vor allem die an den jeweiligen Themen befassten Bürger:innen intensiv zu beteiligen. Gut hat das auch mit dem intensiven Prozess zum Sportflächenentwicklungsplan funktioniert. Nach Sport nun das Thema: Kultur.

Wir wollen einen möglichst konkreten Plan entwerfen, kein Kaleidoskop des „Wünsch dir was“. Der Prozess hierzu, der sich in vielen Städten über einen größeren Zeitraum hinausgezogen hat -Frankfurt hat fünf Jahre gebraucht und vor Kurzem die Ergebnisse ihres fertigen KEPs vorgestellt- soll Fachverwaltung,  Kulturtreibende und Kulturpolitiker:innen zusammenbringen.

Es soll auch darum gehen, festzustellen, was unsere vielfältige Kulturszene ausmacht, diese zu würdigen, Bedarfe an Räumlichkeiten festzustellen und im darauffolgenden Schritt mit Maßnahmenvorschlägen die Kulturentwicklung zu unterstützen.

Die Aufgabe von uns Stadtpolitiker ist, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, so dass der Status quo gesichert werden kann und wir aber auch der Kulturlandschaft die Möglichkeit zur Weiterentwicklung geben.

Dieser Plan ist kein Papier, das in einer Schublade verschwinden soll. Er ist ein Versprechen – an die Kulturschaffenden, die seit Jahren mit begrenzten Mitteln Großartiges leisten. An die freien Künstler:innen, die oft unsichtbar bleiben, aber unsere Stadt mit Leben füllen. An die Migrant:innen, die ihre Geschichten erzählen und Offenbach zu dem machen, was es ist: eine Stadt der Kulturen. Und an die Bürger:innen, die Kultur nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten wollen.

Doch dieser Plan lebt nicht von uns Politikern – er lebt von den Menschen, die Kultur machen. Deshalb ist die Beteiligung der Offenbacher Kulturszene kein Nice-to-have, sondern das Herzstück. Wir brauchen Workshops, in denen Künstler:innen, Institutionen und Bürger:innen gemeinsam Ziele definieren.

Ich danke ausdrücklich den Koalitionspartnern, dass sie diese Grünen-Initiative mittragen. Gemeinsam zeigen wir: Kultur ist kein Randthema, sondern ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Stadt.

Vielen Dank.