Grüne drängen auf Kühlung und Schatten bei Schulbauplanungen

Eigene | Schulhof der Beethovenschule

Offenbachs Schulen müssen besser auf heiße Sommer vorbereitet werden. Das fordert die Grüne Stadtverordnetenfraktion mit einem dringlichen Antrag, den sie für die anstehende Stadtverordnetenversammlung einbringt. Künftig soll sommerlicher Wärmeschutz bei allen Schulneubauten und -sanierungen verbindlich mitgedacht werden. Dazu gehören sowohl aktive Kühlung als auch ausreichend Schatten und Begrünung auf Schulhöfen. Zusätzlich wollen die Grünen bereits für 2027 ein Sofortprogramm auflegen, mit dem Schulen unter anderem Ventilatoren, mobile Kühlgeräte und Sonnenschirme anschaffen können, um die größte Not zu lindern. „Hitzeschutz ist doppelt dringlich: Wir haben in diesem Sommer erlebt, wie heiß es in unseren Schulen werden kann. Im Zuge des Ganztagsausbaus werden gerade zahlreiche neue Schulgebäude aufs Gleis gesetzt und alte Gebäude ausgebaut. Wenn wir heute die Themen Schatten und vor allem Kühlung nicht mitdenken, wird eine Nachrüstung später deutlich aufwendiger und teurer,“ sagt die bildungspolitische Sprecherin der grünen Fraktion, Nata Kabir.

Schnelles Handeln ist nötig, das, zeigen auch Antworten der Verwaltung auf Fragen zur geplanten Erweiterung der Goetheschule. Dort werden zwar die passiven Kühlmöglichkeiten ausgeschöpft, beispielsweise indem eine moderne Lüftungsanlage zum Einsatz kommt, die die Räume durch Verdunstung kühlt. Eine aktive Kühlung des Gebäudes ist jedoch ausdrücklich nicht vorgesehen und – laut der Antwort der Verwaltung, die auch im Bau-Ausschuss bestätigt wurde – bisher bewusst kein Bestandteil der Planungsstandards für Offenbacher Schulen. „Diese Antwort fanden wir angesichts des vergangenen Sommers, aber auch mit Blick auf Neubauten der vergangenen Jahre, die sich trotz guter Standards aufheizen, äußerst erstaunlich.  Das müssen wir umgehend ändern, bevor weitere Schulbauten geplant werden. Passive Maßnahmen wie Sonnenschutz, Begrünung, eine gute Gebäudehülle und Nachtauskühlung bleiben wichtig. Aber sie können nicht die einzige Antwort auf immer längere und intensivere Hitzephasen sein. Gerade an dicht bebauten und stark belasteten Schulstandorten brauchen wir die Möglichkeit, Räume aktiv zu kühlen“, so Fraktionsvorsitzender Tobias Dondelinger.

Der Grünen-Antrag fordert deshalb, aktive Kühlung künftig als eigenen Planungsaspekt zu behandeln. Bevorzugt werden sollen Lösungen, bei denen ein Heizsystem – etwa eine Wärmepumpe – zugleich zur Kühlung genutzt werden kann. Wo dies nicht möglich ist, sollen auch Klimaanlagen in Verbindung mit Photovoltaik geprüft werden. Entscheidend ist außerdem: Wenn zum Zeitpunkt der Planung noch keine aktive Kühlung notwendig erscheint, müssen zumindest die technischen und baulichen Voraussetzungen für eine spätere Nachrüstung geschaffen werden. „Wir wollen damit verhindern, dass die Stadt heute ein Gebäude baut und in zehn Jahren feststellt, dass eine Kühlung dringend gebraucht wird, aber nur mit sehr großem Aufwand nachgerüstet werden kann. Leitungswege, Anschlusspunkte, technische Räume und statische Voraussetzungen lassen sich in der Planungsphase deutlich einfacher berücksichtigen als nachträglich“, erklärt Dondelinger.

Aus Sicht der Grünen müsse die Stadt jetzt handeln. „Jedes Schulgebäude und jeder Schulhof, die heute geplant werden, werden uns über Jahrzehnte begleiten. Wir sollten deshalb nicht den nächsten heißen Sommer abwarten, um festzustellen, dass wir beim Hitzeschutz an Schulen mehr hätten tun müssen“, so Kabir abschließend.

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