„Aus meiner eigenen Zeit als Rettungssanitäter weiß ich, was es bedeutet, wenn bei einem Notfall jede Sekunde zählt. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand können wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden. Deshalb sollten wir die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes so gut wie möglich überbrücken.“ Das sagt Jochen Teichmann, Stadtverordneter der Grünen Fraktion, zu dem Grünen-Antrag für ein geregeltes First-Responder-System in Offenbach in der kommenden Stadtverordnetenversammlung.
Bei dem System sollen medizinisch qualifizierte und speziell geschulte Ersthelfer:innen bei einem lebensbedrohlichen Notfall per App alarmiert werden. Sie können bereits mit der Reanimation beginnen, während der professionelle Rettungsdienst noch unterwegs ist. Der Deutsche Rat für Wiederbelebung weist darauf hin, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Herzdruckmassage irreversible Schäden am Gehirn entstehen können.
„Im Landkreis Offenbach gibt es bereits praktische Erfahrungen mit genau diesem System. Dort sind inzwischen mehr als 550 Voraushelferinnen und Voraushelfer registriert. Bei Einsätzen waren sie im Durchschnitt fast drei Minuten früher vor Ort als der Rettungsdienst“, erklärt Teichmann.
Für die Grünen spricht deshalb viel dafür, jetzt die Voraussetzungen für ein Offenbacher System zu schaffen und dabei eng mit dem Landkreis zusammenzuarbeiten. Zumal der finanzielle Aufwand überschaubar ist. Die Einführung des Systems ist auch mit Blick auf die anstehende Reform des Rettungsdienstes sinnvoll: Sowohl auf Bundesebene als auch in Hessen ist eine digitale Alarmierung qualifizierter Ersthelfer vorgesehen. Das hessische Gesetzgebungsverfahren läuft allerdings noch.
„Wir sollten nicht warten, bis eine gesetzliche Vorgabe irgendwann greift. Wenn wir jetzt beginnen, können wir auf den Erfahrungen im Kreis aufbauen und die Rettungskette in Offenbach frühzeitig stärken“, so Teichmann.