„Wir sind sehr froh, dass die Goetheschule diese einmalige Chance auf eine Erweiterung durch das Polizeipräsidium bekommen hat. Die Schule braucht den Platz und endlich auch eine vernünftige Mensa. Wir müssen jetzt aber auch konsequent auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte schauen. Der vergangene Sommer hat erneut gezeigt: Hitze ist längst eine konkrete Belastung für Kinder und Lehrkräfte.“ so kommentiert und begrüßt Nata Kabir, bildungspolitische Sprecherin der grünen Fraktion, den vom Magistrat beschlossenen nächsten Schritt zur Erweiterung der Goetheschule. Mit der Sanierung des ehemaligen Polizeireviers und dem geplanten Neubau entstehen dringend benötigte zusätzliche Räume für die wachsende Zahl an Schülerinnen und Schülern und für die Arbeit im Ganztag.
Besonders bei den neu entstehenden Schulhofflächen sehen die Grünen jedoch Nachbesserungsbedarf mit Blick auf den Hitzeschutz. Dieser soll wegen der Altlasten im Boden nicht klimaresilient umgestaltet werden, obwohl die Schule sich aufgrund der klimatischen Lage in der Stadt und der anstehenden Bauarbeiten als Pilotprojekt anbietet. Die Stadtverordneten hatten bereits im Mai einen Antrag für mehr klimaresilient gestaltete Schulhöfe beschlossen. Eine kürzliche Initiative der Grünen dazu sah vor aus den zur Verfügung stehenden 800.000 Euro durch verschiedene Förderprogramme deutlich mehr zu machen. Die Koalition hatte das Ansinnen in dieser Form aber nicht beschlossen, weil die Verwaltung nach ganz grundsätzlich nach Fördermitteln Ausschau halten soll. Das ist hier offenbar nicht passiert.
Fraktionsvorsitzende Sabrina Engelmann kritisiert: „Wenn wir eine neue Schulhoffläche bauen, müssen wir die Frage der Klimaanpassung von Anfang an mitdenken, gerade wenn Altlasten vorhanden sind. Wann, wenn nicht jetzt? Die Stadt investiert fast 30 Millionen Euro in einen Bau, der viele Jahrzehnte stehen wird. Wir müssen also heute schon überlegen, unter welchen Bedingungen Kinder in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren lernen und ihre Pausen verbringen werden. Denn der Baum, der in 25 Jahren Schatten spenden soll, muss heute gepflanzt werden. Und auch das Nordend braucht dringend jeden einzelnen entsiegelten Quadratmeter. Es braucht Schatten, Begrünung und Möglichkeiten zur Abkühlung. Ein Schulhof darf gerade an heißen Tagen nicht zum aufgeheizten Betonplatz werden.“
Die Grünen sehen in der Erweiterung eine wichtige Chance, die Goetheschule nicht nur deutlich zu erweitern, sondern auch zukunftsfest zu machen. Der geplante Einsatz von Holz-Hybridbauweise, Photovoltaik und die deutliche Reduzierung des Energiebedarfs seien dabei positive Elemente. Doch auch bei schulischen Innenräumen müsse aus Sicht der Grünen angesichts zunehmender sommerlicher Hitze genauer hingeschaut werden, findet Kabir:
„Wir müssen dafür sorgen, dass Unterrichts- und Ganztagsräume auch bei hohen Außentemperaturen gute Lern- und Aufenthaltsbedingungen bieten. Auch die Koalition hat sich schließlich jüngst das Thema Kühlung öffentlicher Gebäude angesichts immer größerer Sommerhitze auf die Fahne geschrieben. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass wir bei der weiteren Planung genau prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind, damit die Räume auch im Sommer dauerhaft nutzbar und angenehm bleiben. Die Goetheschule soll ein Ort sein, an dem Kinder gerne lernen und sich aufhalten – und zwar auch dann, wenn draußen wieder 35 Grad und mehr herrschen. Die Erweiterung ist ein wichtiger Schritt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass auch der Schulhof und die Räume fit für die heißen Temperaturen werden, die absehbar vor uns liegen.“