Naturerfahrungsraum: Grüne kritisieren unverbindlichen Beschluss der Koalition

Konkreten Vorschlag der Grünen ersetzt Koalition aus SPD & CDU durch allgemeinen Fördermittelauftrag

Die Grünen in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung bedauern, dass die Koalition aus SPD und CDU den konkreten Antrag zur Einrichtung eines Naturerfahrungsraums nicht übernommen hat. Statt eines klaren Auftrags, Fördermittel für einen Naturerfahrungsraum zu beantragen, beschloss die Koalition in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung lediglich einen allgemeinen Fördermittel-Prüfauftrag.

Der ursprüngliche Antrag der Grünen sah vor, dass der Magistrat über das KfW-Programm 444 gezielt Fördermittel für die Schaffung eines Naturerfahrungsraums beantragt. Das Besondere an dem Förderprogramm ist, dass Kosten bis zu 90% gefördert werden und, dass auch Personalkosten für den Betrieb in den ersten drei Jahren finanzierbar sind. Als mögliche Akteurin kommt dafür beispielswiese die Nabu-Ortsgruppe infrage, die im Bereich rund um die Buchhügelhütte gerne einen solchen Raum für Kinder und Jugendliche schaffen würde.

„Wir haben eine konkrete Idee auf den Tisch gelegt: einen Naturerfahrungsraum für Offenbach, mit einem geeigneten Partner, einem möglichen Standort und einem passenden Förderprogramm. Die Koalition kann sich hier nicht mit fehlendem Geld rausreden. Stattdessen hat sie aber einen maximal unverbindlichen Beschluss gefasst: Sucht irgendwelche Fördermittel, die man vielleicht für einen Naturerfahrungsraum oder vielleicht für Schulhöfe verwenden kann – oder vielleicht für irgendwas ganz anderes“, kritisiert Grünen-Fraktionsvorsitzender Tobias Dondelinger.

Der von SPD und CDU beschlossene Antrag beauftragt den Magistrat sich um Fördermittel bewerben, die „zum Beispiel“ für die Einrichtung eines Naturerfahrungsraums oder für klimaresiliente Schulhöfe genutzt werden können. Damit wurden von der Koalition gleich zwei Anträge der Grünen ‚abgehakt‘.

Dabei geht es bei Naturerfahrungsräumen um weit mehr als um eine zusätzliche Grünfläche. Kinder können dort Natur selbstbestimmt entdecken und erleben. Natürliche Materialien und Landschaftselemente ersetzen die klassische Spielplatzlogik. Das stärkt motorische, soziale und kognitive Fähigkeiten und schafft zugleich einen außerschulischen Lernort für Kitas, Schulen und Bildungsträger. Auch die bereits bestehenden Erfahrungen mit einem informell entstandenen Naturerfahrungsraum an der Waldschule in Tempelsee zeigen, dass es Interesse und Bedarf gibt. Gerade in einer dicht bebauten Stadt wie Offenbach können solche Orte einen wichtigen Beitrag zu Umweltbildung und Chancengerechtigkeit leisten.*

„Wenn wir wollen, dass Kinder Natur erleben und verstehen, müssen wir dafür Orte schaffen. Obwohl die Koalitionsfraktionen das Thema sogar in ihrem Koa-Vertrag aufgenommen haben, konnten sie sich jetzt nicht dazu durchringen dafür auch konkrete Fördermittel zu beantragen.“, so Dondelinger weiter.

Die Grünen werden deshalb darauf achten, dass der nun beschlossene Fördermittelauftrag nicht im Ungefähren bleibt. Entscheidend sei, dass die Verwaltung tatsächlich zügig die Fördermittel beantragt, um einen Naturerfahrungsraum zu schaffen und zu unterhalten. Das gelte auch für die Fördermittel für klimaresiliente Schulhöfe, mit denen die Koalition genauso verfahren ist. Hier stehen Verschlechterungen der Förderbedingungen zum Jahresende bereits fest.

„Wir werden sehr genau hinschauen, was aus diesem Beschluss wird. Denn am Ende zählt nicht, ob irgendwo ‚Naturerfahrungsraum‘ im Beschlusstext oder im Koalitionsvertrag steht. Entscheidend ist, ob Offenbachs Kinder tatsächlich einen solchen Ort bekommen“, so Dondelinger abschließend.

Abgelehnt: Naturnahe Bildung im Naturerfahrungsraum (Antrag GRÜNE)

Abgelehnt: Förderung für klimaresiliente Schulhöfe nutzen (Antrag GRÜNE)

Angenommen: Änderungsantrag (SPD & CDU)

Erläuterung des Bundesumweltministeriums „Was sind Naturerfahrungsräume

Naturnahe Bildung im Naturerfa…