Rede von Nata Kabir in der Stadtverordnetenversammlung
Uns Grünen sind öffentliche Toiletten wichtig. So wichtig, dass wir im letzten Haushalt Prioritäten gesetzt und deswegen Geld zur Sanierung der öffentlichen Toiletten eingestellt haben, an dem es zuletzt fehlte. Eine Toilette zu bauen, zu sanieren und instand zu halten ist eine vergleichsweise teure und aufwendige Sache. Sehr viel fluffiger könnte die Idee der netten Toilette an den Start gehen. Nur: Man muss das halt auch wollen.
Wie ich hörte hat Magistrat im Ausschuss jährliche Kosten im mittleren 5-stelligen Bereich vorgerechnet. Das erinnert mich irgendwie an eine Berechnung in der letzten Legislatur zu kostenlosen Menstruationsprodukten, bei dem mehrere 100 Tausend Euro jährlich ausgegeben werden sollten. Der Magistrat verweist auch auf Berichte, erfolglose Versuche und Anfragen bei Gastronomen. Allerdings ist es ja durchaus häufiger so, dass Restaurants zu machen oder Cafés neu eröffnen, vielleicht ist da ja auch mal ein offen für was Neues. Vielleicht könnte man auch nochmal ernsthaft miteinander besprechen welche Pauschale denn tatsächlich ein guter Anreiz wäre, um einzusteigen.
Die KOA will jetzt einen Flyer erstellen. Kampagnen scheinen mir heute sowieso die Allzweckwaffe zu sein. Und das ist ja auch eine gute Idee, aber ich glaube die hatten andere zuerst, denn der Seniorenrat arbeitet ja genau an so einem Flyer bereits. Das wird also ziemlich sicher eine kostengünstige Sache – und das passt ja auch insofern, da der Seniorenrat der KOA bereits beim kostenlosen Eintritt für Kinder weitergeholfen hat.
Dabei glaube ich grundsätzlich könnte Marketing durchaus helfen – wenn beispielsweise das Stadtmarketing oder sogar wichtige Magistratsmitglieder für einen professionellen Instabeitrag vorbeikommen und einmal sagt, dass nicht nur der Burger gut schmeckt, sondern dass auch das Klo eine echt nette Toilette ist. Was ich damit sagen will, ich bin davon überzeugt: Wenn man Nette Toiletten wollte bekäme man es auch hin. Und wenn man es nicht so wichtig findet, kopiert man halt den Flyer des Seniorenrats und hofft so einen Deckel drauf zu kriegen.
Aber der Seniorenrat kann nicht alle unsere Probleme lösen und so ganz arbeitslos wollen wir den Magistrat ja doch nicht hinterlassen, deshalb gibt es zumindest eine kleine Idee die ich ihm bei der Gelegenheit noch unterjubeln will: Bei dem Preis für den Rathauspavillon wäre es doch angemessen, wenn alle Offenbacher*innen dort auf jeden Fall mit einer netten Toilette rechnen können. Macht das doch zur Vermietungsbedingung.
Wir stimmen dem Antrag zur Netten Toilette zu.