Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung fordert, die Gewinne des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO) für den Erhalt der Sprachförderung in den Kitas einzusetzen. Ein entsprechender Änderungsantrag zum Jahresabschluss 2025 des Eigenbetriebs wird in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht.
„Wenn Geld, das für Kinder vorgesehen ist, übrigbleibt, dann sollte es auch wieder den Kindern zugutekommen – und zwar dort, wo es am dringendsten gebraucht wird“, erklärt Susanne Locklair, familienpolitische Sprecherin der Fraktion. Der EKO hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von rund 1,24 Millionen Euro abgeschlossen und auch in den vergangenen Jahren stets Gewinne zurücklegen können. Nach dem Willen der Grünen soll dieses Geld genutzt werden, um das Programm „Sprach-Kitas“ über das derzeit geplante Ende zum 31. Dezember 2026 hinaus fortzuführen.
23 der 27 im Programm verbliebenen und von den Kürzungen betroffenen Einrichtungen sind Kitas des Eigenbetriebs. Mit dem Geld könnte somit für einen Großteil der betroffenen Kinder das Angebot erhalten bleiben. Andernfalls fiele jeweils eine halbe Stelle für Sprachförderung weg, und das in einer Zeit, in der Kitapersonal ohnehin oft an der Belastungsgrenze arbeitet. Offenbach träfe dies besonders hart, zumal die Stadt bereits an anderer Stelle empfindliche Kürzungen im Bildungsbereich verkraften muss.
Die Grünen kritisieren, dass Bund und Land die Kommunen mit den Folgen ihrer Sparpolitik allein lassen. Deshalb soll sich der Magistrat zunächst gegenüber Bund und Land für eine Fortführung oder Ersatzfinanzierung einsetzen. Wenn dies nicht gelingt, sollen die vorhandenen Mittel des Eigenbetriebs genutzt werden.
„Natürlich braucht der Eigenbetrieb finanzielle Reserven. Doch das Eigenkapital ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und hat inzwischen eine außergewöhnlich hohe Quote von 84% erreicht. Irgendwann muss man die Frage stellen: Wofür werden diese Mittel zurückgelegt, wenn nicht für die Kinder und die Qualität in den Kitas?“, so Locklair, selbst Betriebswirtin und in der stadtweiten KiTA-Elternvertretung aktiv.
Nach Ansicht der Grünen ist die Situation eindeutig: Der Eigenbetrieb wirtschaftet erfolgreich und verfügt über eine sehr solide finanzielle Grundlage. Gleichzeitig droht der Verlust von Fachkräften und wichtiger Förderangebote. „Es wäre auch gegenüber den Erzieherinnen und Erziehern das völlig falsche Signal, Reserven in Millionenhöhe unangetastet zu lassen, während gleichzeitig wichtige Angebote für Kinder auslaufen“, so Locklair abschließend.